Er zeigt sich erst in der Nacht …

•Oktober 23, 2009 • Kommentar schreiben

Wenn niemand es sieht,
Dass er heimlich weint
Sein dunkles Leben geschieht
In dieser anderen Welt
Ohne Sonne, ohne Farben
Mit viel Kälte um ihn
Seine kindlich neugierigen
Augen versuchen diese Stille
Zu ergründen, er lauscht
Sieht gespannt ins Nichts hinein
Und wird von Niemandem gestört

Die Tage werden wieder kürzer …

•Oktober 17, 2009 • Kommentar schreiben

Du sagst
Lass uns noch ein bisschen
Gehen
Bevor ich gehe
Der Wind bläst durch mein Haar
Auf dem Weg
Liegt schon das erste goldene Laub
Ich blicke auf deine Füße
So groß
Neben meinen kleinen
Wir bleiben stehen
Für eine Weile
Ist es
Ganz still
In mir
Du sagst
Wir werden uns lange nicht mehr so nahe sein

drei komma eins vier …

•Oktober 12, 2009 • Kommentar schreiben

des seelenwanderers
traumatisierter
amoklaufender schrei
der ernst genommen werden will

im schweigen der sterne
wirft er sein leben
mit ein paar schüssen
zum fenster hinaus

was ihn so aus der bahn brachte
die verschiedenheit der kugeln
je nachdem von welcher seite man sie betrachtet
nimmt er darin die vielfalt des übersinnlichen wahr
die im schatten des objekts ihren ausdruck findet

so unterschiedlich wie schuhe
oh rätselhafte kreiszahl
gab ihm nicht genug
schizophrenes genie
das alles hört aber selbst nicht gehört wird

denn wo ist der unterschied
zwischen weiß und weiß
im nebel des stumpfsinns
der schemenhaft geformten
gedanken der starrenden blinden

in seinen aufsätzen
die frage nach dem sinn
und zusammenhang
buchstaben als formen
rätselhafter bedeutung
symbole und
unverstandene gedanken
gänge immer wieder im kreis
aus der ebene
immer wieder in einer kugel

wertvoll

•August 28, 2009 • Kommentar schreiben

wirklich wertvoll ist, was man nicht kaufen kann

Stummer Begleiter

•August 2, 2009 • Kommentar schreiben

Die Wahrheit ist
Dass ich dich vermisse
Ich denke an dich
Sehe dich neben mir sitzen
In der Sonne
Auf der Bank
Wie du die Schokolade teilst
Und wir sie zusammen essen
Du fehlst mir
Deine Hand auf meinem Mund
Mehr als Worte
Stummer Begleiter
Begleite mich weiter

Alles wie immer …

•Juli 22, 2009 • Kommentar schreiben

Sie steht hier
Nichts ist geblieben
Außer ihr
Und dem Wind
In goldenem Haar
Bis zum Mond
Wo er einmal war
Alles verloren
Mehr als nur falsch verstanden
Sagt sie alles sei nur
In ihrem Kopf vorhanden

Außerdem …

•Juli 12, 2009 • Kommentar schreiben

… denke ich wirklich sehr viel an dich: wenn ich morgens aufstehe, abends schlafen gehe, am Fluss entlang laufe, die Wäsche aufhänge, mir überlege, was ich heute anziehe, wenn ich mein Gesicht im Spiegel sehe, ich mich einsam fühle, aus dem Fenster schaue. Bei all dem frage ich mich, was du wohl gerade machst, wie es dir geht und ob du in diesem Moment auch an mich denkst

Der letzte Kavalier …

•Juli 8, 2009 • Kommentar schreiben

Sein Kompass – noch aus dem Krieg
Weist nun mir den Weg
Sein Koffer – zu groß und zu schwer
Reist nun mit mir in der Welt umher

Ein Ave Maria im Sonnenblumenmeer
Gegangen ist der letzte Kavalier

Heute Nacht habe ich über viele Dinge nachgedacht …

•Juni 21, 2009 • Kommentar schreiben

… ich habe entschieden dir alles zu sagen. (Bist du damit einverstanden?) Denn aus irgendeinem Grund fühle ich mich von dir verstanden. Und es tut mir gut mit dir zu schreiben. Ich hoffe, es geht dir genau so und du empfindest meine zahlreichen Nachrichten nicht als Last.
Ich kann es zwar immer noch nicht begreifen, warum du dir so viel Mühe mit mir gibst und warum du dir all meine Sorgen anhörst (es sind ja nicht unbedingt wenige) aber es ist sehr schön zu wissen, dass du da bist. Ich mag dich echt gern. Aber warum hilfst du mir eigentlich?

Also:
Ich liebe mein Leben, aber ich komme hin und wieder einfach nicht klar. Manchmal bin ich so verwirrt und verzweifelt mit allem, dass ich mir einbilde es wäre mir alles zu viel und ich kann nicht mehr.
Das liegt zum einen an meiner Persönlichkeit, meinem Charakter, aber wohl auch sehr an den vielen schlechten Erlebnissen in meiner Vergangenheit. Ich weiß, dass es wichtig ist für mich, meine Kindheit zu verarbeiten und zu lernen mich davon zu befreien. Ich muss mich selbst finden und herausfinden wer ich bin. Dieser Prozess fällt mir nur leider sehr schwer, da ich es erst lernen muss, an mich selbst zu glauben. Warum tue ich das bis jetzt nicht?
Ich bin in meinem Leben immer wieder gedemütigt, zurückgewiesen, verletzt (seelisch und körperlich) und eingeschüchtert worden, so dass ich mich immer mehr in mich zurückgezogen habe und irgendwann vor jedem und allem Angst hatte. Ich hatte keinen Mut, kein Selbstvertrauen, keine Kraft, war verschüchtert, verunsichert und verzweifelt. Ich habe mit niemandem darüber geredet, sondern lebte einfach in meiner kleinen Welt vor mich hin. Die Mauer, die ich um mich herum errichtet hatte, bot mir anfangs scheinbaren Schutz und Geborgenheit, doch diese kleine Scheinwelt wurde nach und nach zu einem Gefängnis, in das alles Schlechte hineinkam aber nichts wieder hinaus. Und ich war mittendrin. Umgeben von all meinen Ängsten. Ich sah keine helfende Hand, keinen Ausweg.

Nach und nach ist es mir aber gelungen (Dank der Hilfe anderer Menschen, die ich sehr lieb gewonnen habe) aus diesem Brunnen zu klettern. Und langsam aber sicher stehe ich mit meinen eigenen Füßen (die laut N fast aussehen wie Hände, danke dir^^) in meinem eigenen Leben, mit all den Gaben und Talenten, die ich mit auf meinen Weg bekommen habe. Und eigentlich geht es mir echt saugut. Ja, echt! Ich freue mich die Welt zu entdecken, die Menschen, die sich auf ihr tummeln und mich selbst. Das Leben ist schön. Ich freue mich, dir das sagen zu können.

Bis bald.

20:59

•Juni 11, 2009 • Kommentar schreiben

eine amöbe.
etwas am rande der toten materie.
unerwünscht, klein, hässlich, dumm, eklig. und fast nicht lebendig. wie eine
amöbe kam sie sich gelegentlich vor.
ihre wahrheit: ganz anders.
der versuch verstanden zu werden endete, als der
notarzt kam. und dann die erstdiagnose,
die wahrheit: kollaps.
schwarz auf weiß, nein, kugelschreiber auf dünnem pauspapier, steht es
lesbar für jeden.
ihre schrift: krypten in den augen der anderen.
ihre ausdrucksweise wird als kranke schmiererei am rande des wahnsinns
bezeichnet.
am rande? darüber
diskutiert man noch.
unverständlich, unleserlich, wirr.
reden möchte sie schon lange nicht mehr.
sie ist schön, die welt der stille.
erst als die notärztin anfing ihr fragen über ihren gesundheitszustand zu
stellen, brach sie das schweigen.
viel verzweifelter als das verzweifelte zuhilferufen des notarztes ist ihre
verzweiflung.
in der sie verstanden werden möchte.
besorgniserregend für den rest.
denn sie konnte sich nicht verständlich machen.
20:59. sie wissen nicht mehr was sie tun sollen.
der arzt wird gleich kommen.
panik.
aber immer noch stumm.
raus, keinen arzt! runter vom bett, auf das sie mich vor einer halben stunde
getragen haben. nur weg. alles, aber
keinen arzt! keinen arzt!!!
könnt ihr die blinde angst in meinen geschlossenen augen nicht sehen?
meine stummen schreie nicht hören?
in spiegelschrift führt die rechte hand panisch den bleistift über das
zerknitterte papier.
„keinen arzt ich will“
reden tut der bleistift für sie. ihre lippen bewegen sich wie eine
überkochende
kürbissuppe. worte kommen keine heraus. von den lippenlesen kann hier
niemand. also gab man ihr papier und bleistift.
augen öffnen: auf aufforderung.
beste verbale reaktion: konversationsfähig.
beste motorische reaktion: auf aufforderung.
extremitätenbewegung: normal.
pupillenweite: weit.
das ist normal bei ihr. glauben wird ihr keiner geschenkt.
nicht zurechnungsfähig sei sie in diesem zustand.
alles was passiert mit ihr ist aber sie selbst.
später wird sie vom balkon springen.
hätten der künstler und zwei ihrer freundinnen sie nicht vom geländer
gezerrt.
weiß waren ihre fingerkuppen,
so sehr klammerte sie sich daran fest.
so viel kraft kann eine amöbe haben,
dass man sie zu dritt kaum von ihrem plötzlichen vorhaben abbringen kann.
bevor sie gezwungenermaßen ins auto, das sie nach hause bringen wird,
einsteigt, krallt sie ihre dünnen, kalten, blassen finger in die rinde eines
ahornbaumes. es ist schon dunkel um diese zeit zu dieser jahreszeit.
nicht ins auto. nicht nach hause.
zweimal muss der künstler an der türe klingeln, bis der ältere bruder
öffnet.
im badezimmer wurde sie gefunden.
am boden liegend.
zwischen der waschmaschine und der toilette.
nicht ansprechbar. alles bekommt sie mit.
sie wollte nur schlafen.
„die is ja total schwer“ stöhnt der künstler, als er ihren leblosen körper
zum bett trägt.
da liegt sie. hört jedes wort.
und grinst wie blöd. dabei ist sie nur glücklich.
ihre sichtbare freude liest man als zeichen höherer mächte.
ob sie drogen genommen habe?
wenn man eine halbe nussschnecke als solches bezeichnen kann.
keiner der um das bett stehenden leute hat so etwas schon mal erlebt. alle
versuchen sie ihr glück. rufen ihren namen, fragen was passiert ist. ob sie
sich den kopf gestoßen habe. nein hat sie nicht, es geht ihr doch gut. ihre
stummen antworten werden zwar wahrgenommen, können aber nicht gedeutet
werden. und ihre mimik ist nicht dechiffrierbar für die
besorgte menge.
sie hört sehr wohl die fragen. möchte aber nur schweigen.
so sein, wie sie sein muss wird sie erst, als die ärztin mit ihren beiden
assistenten die altbau wohnung hausnummer 5 betreten.